Empirische Umfragen: Definition, Methoden & Beispiel
Empirische Umfrage klingt erst einmal nach Uni, Statistik und trockener Theorie. Dahinter steckt aber etwas sehr Praktisches: Du sammelst echte Daten von echten Menschen, statt nur zu vermuten, was sie denken. Eine empirische Umfrage ist eine systematische Befragung, mit der du Meinungen, Einstellungen oder Verhalten so erfasst, dass die Ergebnisse belegbar sind. Das funktioniert für die Bachelorarbeit genauso wie für die Marktforschung oder ein Projekt im Verein.
Wir zeigen dir, was eine empirische Umfrage genau ausmacht, wie sie sich von reiner Theorie unterscheidet, welche Methoden es gibt und wie du Schritt für Schritt selbst eine erstellst, die am Ende belastbare Ergebnisse liefert.
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- Was ist eine empirische Umfrage?
- Empirische Umfrage, empirische Forschung, empirische Untersuchung: Wie das zusammenhängt
- Welche Methoden gibt es für empirische Umfragen?
- Quantitativ oder qualitativ? Zwei Wege einer empirischen Umfrage
- Empirische Umfrage erstellen: Schritt für Schritt
- Gütekriterien: Wann ist eine empirische Umfrage aussagekräftig?
Was ist eine empirische Umfrage?
Eine empirische Umfrage ist eine systematische Befragung, mit der du Daten über eine bestimmte Gruppe von Menschen sammelst. Statt eine Vermutung im Raum stehen zu lassen, holst du dir echte Antworten und wertest sie geordnet aus. Genau das macht sie empirisch: Sie beruht auf Beobachtung und Erfahrung, nicht auf reiner Theorie.
Der Begriff kommt vom griechischen Wort für Erfahrung. Was empirisch im Kern bedeutet, erklären wir dir an anderer Stelle im Detail. Für die Umfrage reicht diese Faustregel: Alles, was du direkt bei Menschen erhebst und nachvollziehbar dokumentierst, ist empirisch.
Empirisch heißt: auf Erfahrung statt Vermutung
Der Gegensatz zur empirischen Herangehensweise ist die rein theoretische. Ein Beispiel: Du kannst am Schreibtisch überlegen, warum Studierende die Mensa meiden. Das bleibt eine Annahme. Erst wenn du sie fragst und die Antworten auswertest, hast du empirische Daten, die deine Annahme stützen oder widerlegen.
Ein einfaches Beispiel
Lena schreibt ihre Bachelorarbeit und will wissen, wie zufrieden Studierende mit dem Mensa-Essen sind. Sie vermutet, dass vor allem die Auswahl kritisiert wird. Statt es bei der Vermutung zu belassen, erstellt sie eine Online-Umfrage mit klaren Fragen und befragt 200 Studierende. Aus den Antworten wird ein belegbares Ergebnis. Dieses Beispiel begleitet dich durch den ganzen Artikel.
Empirische Umfrage, empirische Forschung, empirische Untersuchung: Wie das zusammenhängt
Rund um das Thema tauchen viele ähnliche Begriffe auf. Sie meinen oft fast dasselbe, haben aber eine unterschiedliche Reichweite. Wenn du sie einmal sortiert hast, wird der Rest deutlich leichter.
Empirische Forschung
Empirische Forschung ist der Oberbegriff. Sie umfasst jede wissenschaftliche Methode, bei der Erkenntnisse aus echten Daten gewonnen werden, also aus Befragung, Beobachtung oder Experiment. Die Umfrage ist dabei eine der häufigsten Methoden. In der Marktforschung zählt sie zur Primärforschung, weil du die Daten selbst und neu erhebst.
Empirische Untersuchung und empirische Erhebung
Eine empirische Untersuchung ist das konkrete Vorhaben, mit dem du eine Frage beantwortest. Die empirische Erhebung ist der Schritt, in dem du die Daten tatsächlich einsammelst. In Lenas Fall ist die Untersuchung die gesamte Studie zur Mensa-Zufriedenheit, die Erhebung ist die Woche, in der die Fragebögen ausgefüllt werden.
Wo die Umfrage in der empirischen Sozialforschung steht
In der empirischen Sozialforschung ist die Befragung die meistgenutzte Methode überhaupt. Ob Wahlprognose, Kundenbefragung oder Studienarbeit: Sobald du systematisch Menschen befragst und die Antworten auswertest, arbeitest du empirisch. Welche Befragungsarten es gibt, schauen wir uns gleich genauer an.
Welche Methoden gibt es für empirische Umfragen?
Für eine empirische Umfrage kannst du Menschen auf ganz unterschiedlichen Wegen befragen. Welche Methode passt, hängt von deiner Zielgruppe, deinem Budget und der verfügbaren Zeit ab. Diese vier Wege sind am gängigsten:
Online-Umfrage
Die Online-Umfrage ist heute der Standard. Du verschickst einen Link, die Teilnehmer antworten am Handy oder Laptop, und die Daten liegen sofort digital vor. Diese empirische Online-Umfrage ist günstig, schnell und leicht zu verbreiten. Für Lenas Mensa-Studie ist sie die naheliegende Wahl, weil sie viele Studierende in kurzer Zeit erreicht. Welches Tool zu dir passt, siehst du in unserem Umfrage-Tools-Vergleich.
Telefonische Befragung
Bei der telefonischen Befragung rufst du die Teilnehmer an. Du kannst nachfragen und Missverständnisse sofort klären, brauchst aber Zeit und Telefonnummern. Sie eignet sich, wenn du eine bestimmte Gruppe gezielt erreichen willst.
Persönliche Befragung
Die persönliche Befragung findet im direkten Gespräch statt. Sie liefert die tiefsten Einblicke, ist aber die aufwendigste Methode. Lena könnte damit einige Studierende ausführlich befragen, um ihre Online-Ergebnisse besser zu verstehen.
Schriftliche Befragung
Die schriftliche Befragung auf Papier erreicht auch Menschen ohne Internet. Sie ist aufwendiger in der Auswertung, weil du die Antworten von Hand erfassen musst. In vielen Fällen ersetzt die Online-Umfrage diese klassische Variante.
Quantitativ oder qualitativ? Zwei Wege einer empirischen Umfrage
Empirische Umfragen lassen sich in zwei Richtungen anlegen. Der Unterschied entscheidet darüber, welche Fragen du stellst und wie du am Ende auswertest.
Quantitative Umfrage
Eine quantitative Umfrage misst in Zahlen. Du arbeitest mit geschlossenen Fragen, Skalen und Auswahlmöglichkeiten und kannst am Ende sagen: 68 Prozent der Befragten wünschen sich mehr vegetarische Gerichte. Diese Richtung eignet sich, wenn du viele Menschen befragst und ein belastbares Gesamtbild willst.
Qualitative Umfrage
Eine qualitative Umfrage geht in die Tiefe. Mit offenen Fragen findest du heraus, warum Menschen so denken, wie sie denken. Die Auswertung ist aufwendiger, dafür verstehst du die Beweggründe. Oft lohnt sich eine Kombination: erst quantitativ das Ausmaß messen, dann qualitativ die Gründe erkunden. Wie du beide Ansätze sinnvoll verbindest, zeigen wir dir im Vergleich von quantitativ und qualitativ.
Für Lena heißt das: Mit der quantitativen Umfrage zählt sie, wie viele Studierende unzufrieden sind. Mit ein paar offenen Fragen erfährt sie zusätzlich, was genau stört.
Empirische Umfrage erstellen: Schritt für Schritt
Eine gute empirische Umfrage entsteht nicht spontan. Wenn du in dieser Reihenfolge vorgehst, vermeidest du die häufigsten Stolperfallen.
- Fragestellung festlegen: Formuliere klar, was du herausfinden willst. Je genauer die Frage, desto brauchbarer die Ergebnisse.
- Hypothese aufstellen: Halte deine Vermutung fest, zum Beispiel, dass Studierende vor allem mit der Auswahl unzufrieden sind. Die Umfrage prüft, ob das stimmt.
- Fragen entwickeln: Übersetze deine Fragestellung in konkrete Umfragefragen. Wie du einen sauberen Fragebogen erstellst, haben wir ausführlich beschrieben.
- Zielgruppe und Stichprobe bestimmen: Lege fest, wen du befragst und wie viele Personen. Die Stichprobe entscheidet mit darüber, wie aussagekräftig deine Ergebnisse sind.
- Pretest machen: Lass die Umfrage vorab von ein paar Personen ausfüllen. Ein Pretest deckt unklare Fragen auf, bevor es ernst wird.
- Umfrage durchführen: Verteile den Link oder die Bögen und sammle die Antworten. Falls dir Teilnehmer fehlen, hilft dir unser Ratgeber zum Teilnehmer finden.
- Daten auswerten: Fasse die Antworten zusammen und prüfe deine Hypothese. Beim Auswerten zeigen sich die eigentlichen Erkenntnisse.
Warum die Hypothese so wichtig ist
Die Hypothese ist dein roter Faden. Ohne sie sammelst du Antworten, weißt aber nicht, worauf du hinauswillst. Mit ihr kannst du am Ende klar sagen, ob deine Vermutung gestützt wurde. Lena hält als Hypothese fest, dass die Auswahl der Hauptkritikpunkt ist. Nach der Auswertung weiß sie, ob das stimmt oder ob eigentlich der Preis stört.
Gütekriterien: Wann ist eine empirische Umfrage aussagekräftig?
Nicht jede Umfrage liefert belastbare Ergebnisse. In der empirischen Forschung gibt es drei Gütekriterien, an denen sich die Qualität misst. Du musst sie nicht als Statistikprofi beherrschen, aber kennen solltest du sie.
Die drei Gütekriterien
- Objektivität: Das Ergebnis hängt nicht davon ab, wer die Umfrage durchführt. Gleiche Fragen führen zu vergleichbaren Antworten.
- Reliabilität: Die Umfrage misst zuverlässig. Würdest du sie wiederholen, kämen ähnliche Ergebnisse heraus.
- Validität: Du misst wirklich das, was du messen willst. Eine Frage zur Mensa-Auswahl darf nicht heimlich den Preis abfragen.
Repräsentativität
Damit deine Ergebnisse für die ganze Gruppe gelten, muss deine Stichprobe passen. Ob deine Umfrage repräsentativ ist, hängt vor allem davon ab, wen und wie viele Personen du befragst. Bei Lena sollten nicht nur ihre Freunde teilnehmen, sondern ein Querschnitt der Studierenden.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
- Suggestivfragen, die eine bestimmte Antwort nahelegen. Wie du Suggestivfragen erkennst und umgehst, ist eine eigene Kunst.
- Zu wenige oder einseitig ausgewählte Teilnehmer.
- Unklare oder doppeldeutige Fragen.
- Kein Pretest, sodass Fehler erst nach dem Start auffallen.
Mehr zu den häufigsten Fehlern bei Umfragen haben wir dir gesammelt, damit deine empirische Umfrage von Anfang an sauber läuft. Passende Fragebogen-Vorlagen geben dir zusätzlich eine Struktur an die Hand.

Marco
Marco ist Teil unseres Experten-Teams. Seit 2018 führt er erfolgreich Umfragen in Unternehmen durch und teilt seine Erfahrungen hier bei Online-Umfrage.org.
Häufige Fragen
Was ist eine empirische Umfrage einfach erklärt?
Eine empirische Umfrage ist eine systematische Befragung, mit der du Daten über eine Gruppe von Menschen sammelst. Empirisch bedeutet, dass die Ergebnisse auf echten Antworten und Beobachtungen beruhen und nicht auf reinen Vermutungen. Sobald du Menschen befragst und die Antworten geordnet auswertest, arbeitest du empirisch.
Was bedeutet empirisch?
Empirisch heißt, dass etwas auf Erfahrung, Beobachtung oder Experimenten beruht statt auf reiner Theorie. Bei einer Umfrage bedeutet das: Du stützt deine Aussagen auf tatsächlich erhobene Daten. Eine ausführliche Erklärung findest du in unserem Beitrag zu empirisch.
Wann ist eine Umfrage empirisch?
Grundsätzlich ist jede Umfrage empirisch, weil sie auf Antworten echter Menschen beruht. Der Unterschied liegt im Anspruch: Eine wissenschaftliche Umfrage folgt strengen Methoden, damit die Ergebnisse zuverlässig und übertragbar sind. Eine Alltagsumfrage, etwa in sozialen Medien, ist ebenfalls empirisch, aber weniger streng.
Was ist der Unterschied zwischen quantitativer und qualitativer empirischer Umfrage?
Eine quantitative Umfrage misst in Zahlen und arbeitet mit geschlossenen Fragen. Eine qualitative Umfrage geht mit offenen Fragen in die Tiefe und erklärt Beweggründe. Oft ist die Kombination am stärksten: erst das Ausmaß messen, dann die Gründe verstehen. Mehr dazu liest du im Vergleich beider Ansätze.
Wie erstelle ich eine empirische Umfrage?
Leg zuerst deine Fragestellung und eine Hypothese fest. Entwickle daraus klare Fragen, bestimme deine Stichprobe und teste die Umfrage in einem Pretest. Danach führst du sie durch und wertest die Antworten aus. Mit einem Umfrage-Tool und einer passenden Vorlage geht das auch ohne Statistikkenntnisse.
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