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Was bedeutet Marktforschung? Definition, Arten und Methoden
Marktforschung

Was bedeutet Marktforschung? Definition, Arten und Methoden

Aktualisiert am 
18.05.2026
Autor: 
Marco
Lesezeit: 
8 Minuten

Wer eine fundierte Entscheidung treffen will, braucht belastbare Informationen über seinen Markt: Was wünschen sich potenzielle Kunden, wie verhält sich der Wettbewerb, welche Trends zeichnen sich ab? Genau hier setzt Marktforschung an. In diesem Artikel klären wir die Marktforschung Definition in einfacher Sprache, zeigen dir die wichtigsten Arten und Methoden und gehen anschließend in eine Schritt-für-Schritt-Anleitung über, mit der du eine eigene Marktforschung sauber aufsetzt. Du bekommst konkrete Beispiele, typische Fehler und einen ehrlichen Blick darauf, wann Online-Umfragen ein guter Weg sind – und wann nicht.

Wir richten uns dabei an alle, die das Thema praktisch anwenden wollen: Gründer, Marketing-Verantwortliche, Studierende in Abschlussarbeiten und auch Privatpersonen, die zum ersten Mal eine Umfrage starten. Du musst kein Statistiker sein, um Marktforschung sinnvoll zu nutzen – aber ein paar Grundregeln helfen, damit die Ergebnisse später wirklich tragen.

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Inhalte in diesem Artikel:

Marktforschung Definition: Was ist das überhaupt?

Marktforschung ist das systematische Sammeln, Auswerten und Interpretieren von Informationen über einen Markt mit dem Ziel, bessere Entscheidungen treffen zu können. Im Kern geht es um drei Bereiche: die Nachfrageseite (Wünsche, Bedürfnisse und Verhalten von Kunden), die Angebotsseite (Wettbewerb, Produkte, Preise) und das Marktumfeld (Trends, rechtliche Rahmenbedingungen, technologische Entwicklungen).

Eine gängige, kompakte Marktforschung Definition lautet daher:

Marktforschung ist die strukturierte Untersuchung eines Marktes, um Daten über Kunden, Wettbewerber und das Marktumfeld zu gewinnen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Wichtig ist das Wort „strukturiert". Marktforschung ist mehr als ein Bauchgefühl oder ein kurzer Plausch im Bekanntenkreis. Sie folgt einem klaren Ablauf: Fragestellung definieren, Zielgruppe abgrenzen, Methode wählen, Daten erheben, auswerten und Schlüsse ziehen. Genau diese Disziplin unterscheidet sie von zufälligen Meinungen.

Marktforschung vs. Marketingforschung
In der Praxis werden die Begriffe oft synonym verwendet. Streng genommen ist Marktforschung auf den Markt selbst fokussiert, während Marketingforschung zusätzlich interne Themen wie die Wirkung der eigenen Werbung oder die Performance des Vertriebs untersucht. Für die meisten Anwendungsfälle reicht es zu wissen, dass beide Begriffe eng zusammengehören.

Ein einfaches Beispiel: Du planst, ein neues vegetarisches Tiefkühlgericht in den Handel zu bringen. Marktforschung hilft dir, vorher zu prüfen, ob es überhaupt eine Nachfrage gibt, welcher Preis akzeptiert wird, welche Verpackung Vertrauen schafft und welche Konkurrenzprodukte das Regal schon füllen. Das senkt das Risiko, viel Geld in ein Produkt zu stecken, das niemand will.

Wofür brauchst du Marktforschung?

Marktforschung ist kein Selbstzweck. Sie soll dir Entscheidungen erleichtern, die du sonst aus dem Bauch heraus treffen müsstest. Je größer die Tragweite einer Entscheidung, desto eher lohnt sich der Aufwand. Typische Anlässe sind:

  • Neue Produkte oder Dienstleistungen einführen: prüfen, ob die Idee Anklang findet, welche Features Priorität haben und welcher Preis realistisch ist.
  • Bestehende Angebote verbessern: verstehen, was Kunden an deinem Produkt schätzen, wo sie sich ärgern und welche Funktionen sie vermissen.
  • Zielgruppen schärfen: herausfinden, wer deine besten Kunden wirklich sind und wie sie ticken.
  • Werbung und Kommunikation testen: Botschaften, Anzeigen oder Verpackungen vor dem Launch auf Verständnis und Wirkung prüfen.
  • Preise festlegen: Zahlungsbereitschaft und Preisschwellen ermitteln.
  • Wettbewerb beobachten: Stärken, Schwächen und Strategien anderer Anbieter einordnen.
  • Trends und Marktveränderungen früh erkennen: technologische, gesellschaftliche oder rechtliche Entwicklungen einschätzen.

Auch außerhalb von Unternehmen ist Marktforschung relevant. Studierende führen Befragungen für Abschlussarbeiten durch, Vereine wollen wissen, was ihren Mitgliedern wichtig ist, und Selbstständige testen Ideen, bevor sie ein Angebot bauen. Wenn du gerade in einer Online-Umfrage für eine Bachelorarbeit oder ein ähnliches Projekt steckst, gelten genau dieselben Prinzipien.

Was Marktforschung nicht kann
Sie ersetzt keine Strategie und keine Intuition. Sie liefert Bausteine, mit denen du Entscheidungen unterfüttern kannst – die Entscheidung selbst musst du am Ende treffen. Und: Marktforschung bildet ein Bild der Gegenwart ab. Sie sagt dir, was ist – nicht zwingend, was in zwei Jahren sein wird.

Welche Arten der Marktforschung gibt es?

Marktforschung lässt sich auf verschiedene Weisen einteilen. Drei Unterscheidungen sind in der Praxis besonders nützlich.

Primärforschung und Sekundärforschung

Das ist die bekannteste Unterteilung. Bei der Primärforschung erhebst du neue, eigene Daten direkt bei Personen, die für deine Fragestellung relevant sind – zum Beispiel über Befragungen, Interviews oder Beobachtungen. Bei der Sekundärforschung greifst du auf vorhandene Daten zurück: Studien, Statistiken, Branchenreports, Geschäftsberichte oder öffentlich zugängliche Datenbanken.

Praxisregel: Starte fast immer mit Sekundärforschung. Sie ist günstiger und schneller. Erst wenn du dort keine ausreichenden Antworten findest, lohnt sich die eigene Erhebung. Die Unterschiede vertiefen wir im Artikel zu Primär- und Sekundärforschung.

Quantitative und qualitative Marktforschung

Die zweite zentrale Unterscheidung betrifft die Art der Daten. Quantitative Marktforschung arbeitet mit Zahlen und größeren Stichproben. Sie beantwortet Fragen wie „Wie viele?" oder „Wie häufig?" – zum Beispiel über standardisierte Fragebögen mit Skalen. Qualitative Marktforschung arbeitet mit Worten und kleineren Gruppen. Sie beantwortet Fragen wie „Warum?" oder „Wie genau?" – etwa über Tiefeninterviews oder Fokusgruppen.

Beide Ansätze schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Oft macht es Sinn, sie zu kombinieren. Eine qualitative Umfrage hilft dir, ein Thema überhaupt zu verstehen, und eine quantitative Umfrage liefert anschließend belastbare Zahlen dazu.

Ad-hoc-Forschung und Panelforschung

Die dritte Unterscheidung betrifft die zeitliche Anlage. Ad-hoc-Forschung ist ein einmaliges Projekt mit einer konkreten Fragestellung – zum Beispiel eine Befragung vor einem Produktlaunch. Panelforschung erhebt Daten regelmäßig bei derselben Personengruppe (Panel) und zeigt Veränderungen über die Zeit. Beispiele sind Verbraucherpanels, in denen Haushalte ihre Einkäufe laufend dokumentieren.

Methoden Marktforschung: Die wichtigsten Verfahren im Überblick

Die Wahl der Methode hängt davon ab, was du wissen willst, wie viel Zeit und Budget du hast und welche Zielgruppe du erreichen musst. Diese Methoden Marktforschung sind in der Praxis besonders verbreitet:

Befragungen

Befragungen sind das wohl häufigste Werkzeug der Marktforschung. Sie lassen sich auf vier Wegen durchführen: persönlich, telefonisch, schriftlich oder online. Online-Umfragen sind heute Standard, weil sie schnell, günstig und gut skalierbar sind. Die anderen Formate haben ihre Stärken: Persönliche Befragungen erlauben tiefere Nachfragen, telefonische Befragungen erreichen Zielgruppen, die selten online sind.

Damit eine Befragung wirklich brauchbare Ergebnisse liefert, kommt es auf zwei Dinge an: die Qualität der Fragen und die richtige Stichprobe. Beim Fragebogen erstellen helfen ein klarer Aufbau, neutrale Formulierungen und eine sinnvolle Mischung aus offenen und geschlossenen Fragen.

Stärken: flexibel, gut skalierbar, viele Fragetypen möglich.
Schwächen: Ergebnisse stehen und fallen mit der Fragebogenqualität; Verzerrungen sind möglich, wenn nur bestimmte Personen antworten.

Interviews und Fokusgruppen

Bei Tiefeninterviews sprichst du einzelne Personen in Ruhe und ausführlich zu einem Thema. Das eignet sich, wenn du komplexe Motive verstehen willst, etwa warum jemand ein Produkt nicht kauft. In Fokusgruppen diskutiert eine kleine Runde (typischerweise sechs bis zehn Personen) ein Thema unter Leitung eines Moderators. Die Gruppendynamik bringt oft Argumente zutage, die in Einzelgesprächen nicht auftauchen.

Stärken: liefert detaillierte, qualitative Einblicke; sehr gut für Hypothesenbildung.
Schwächen: aufwendig, nicht repräsentativ, anfällig für Dominanz einzelner Teilnehmer.

Beobachtung

Hier wird das tatsächliche Verhalten von Menschen erfasst, ohne dass sie es kommentieren. Das kann im Laden passieren (Wie bewegen sich Kunden? Welche Produkte nehmen sie in die Hand?) oder digital (Wie klickt sich ein Nutzer durch eine Website?). Beobachtung deckt oft Diskrepanzen zwischen dem auf, was Menschen sagen, und dem, was sie tun.

Stärken: liefert ehrliches Verhalten, nicht nur Aussagen.
Schwächen: erklärt nicht, warum jemand etwas tut; rechtlich und ethisch sensibel.

Experimente und A/B-Tests

Bei Experimenten variierst du gezielt einen Faktor und misst die Wirkung. Klassiker im Marketing: A/B-Tests von Werbeanzeigen, Landingpages oder Verpackungen. Eine Gruppe sieht Variante A, eine andere Variante B, und du vergleichst die Reaktion. Das ist besonders stark, wenn du Ursache und Wirkung sauber trennen willst.

Stärken: belastbare Aussagen zu Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
Schwächen: aufwendig in der Planung, im Labor manchmal weit von der Realität entfernt.

Analyse vorhandener Daten

Vieles, was du wissen willst, steckt schon in eigenen oder öffentlichen Datenquellen: Verkaufszahlen, Web-Analytics, CRM-Daten, Branchenstatistiken oder Marktberichte. Diese Sekundärdaten kosten kaum etwas, weil sie ohnehin vorhanden sind. Sie sind oft der schnellste Einstieg in eine Marktforschung.

Stärken: günstig, schnell, große Datenmengen verfügbar.
Schwächen: Daten passen nicht immer exakt zur Fragestellung, können veraltet sein.

Marktforschung in 5 Schritten durchführen

Egal welche Methode du wählst: Ein sauberer Ablauf hilft, später nicht in Hektik zu geraten oder mit Daten dazustehen, die niemand auswerten kann. Diese fünf Schritte haben sich bewährt.

1. Fragestellung und Ziel definieren

Schreibe in ein, zwei Sätzen auf, was du am Ende konkret wissen willst – und welche Entscheidung das vorbereiten soll. „Wir wollen verstehen, wie unsere Zielgruppe das neue Verpackungsdesign wahrnimmt, um vor dem Launch entscheiden zu können, ob wir Anpassungen vornehmen." Ohne diesen Anker wird jede Methode beliebig.

2. Zielgruppe und Stichprobe festlegen

Wen genau willst du befragen oder beobachten? Wie groß muss die Gruppe sein, damit die Ergebnisse aussagekräftig sind? Hier hilft ein Blick darauf, wann eine Umfrage repräsentativ ist. Für viele Anwendungen reichen kleinere Stichproben, solange sie zur Zielgruppe passen.

3. Methode wählen und Erhebung vorbereiten

Jetzt entscheidest du, ob Befragung, Interview, Beobachtung oder Datenanalyse passen – oft auch eine Kombination. Bei Befragungen ist das jetzt der Moment, in dem du den Fragebogen baust. Achte darauf, dass jede Frage auf deine Ziel-Fragestellung einzahlt. Alles andere streichst du. Für Inspiration lohnt sich ein Blick in unsere Fragebogen-Vorlagen.

4. Daten erheben

Bei einer Online-Umfrage heißt das: Umfrage verteilen und im Blick behalten, wie die Rücklaufquote läuft. Plane bei Online-Befragungen lieber etwas mehr Zeit ein, als du denkst – die Rücklaufquote ist oft niedriger als erhofft. Bei Interviews oder Fokusgruppen ist das die Phase der Termine und Protokolle.

5. Auswerten und interpretieren

Roh-Daten alleine bringen nichts. Sortiere die Ergebnisse entlang deiner Ausgangsfrage, suche nach Mustern und prüfe kritisch, ob die Daten wirklich tragen, was du sagen willst. Trenne Beobachtungen („72 Prozent der Befragten finden die neue Verpackung modern.") von Empfehlungen („Wir empfehlen, die Verpackung wie geplant einzuführen."). Am Ende steht idealerweise ein klarer Vorschlag, was als Nächstes zu tun ist.

Typische Fehler in der Marktforschung – und wie du sie vermeidest

Die meisten Probleme entstehen nicht beim Auswerten, sondern viel früher: bei der Frage, der Stichprobe oder dem Fragebogen. Diese Fehler sehen wir besonders häufig.

  • Unklare Fragestellung: Wer „mal eben schauen will, was die Leute so denken", bekommt am Ende ein Datenwirrwarr. Lege vorher fest, welche Entscheidung deine Forschung vorbereiten soll.
  • Falsche Zielgruppe: Wenn du dein Produkt für Familien planst, aber überwiegend Studierende befragst, sind die Ergebnisse wertlos. Achte darauf, dass die Stichprobe wirklich zur Zielgruppe passt.
  • Suggestivfragen: Formulierungen wie „Wie gut findest du unser neues Produkt?" laden zu positiven Antworten ein. Stelle Fragen neutral.
  • Zu lange Fragebögen: Mit jeder zusätzlichen Frage steigt die Abbruchquote. Eine schlanke Befragung mit zehn guten Fragen ist meist besser als eine mit dreißig mittelmäßigen.
  • Skalen ohne Mitte: Wer nur „gut" oder „schlecht" zur Auswahl gibt, zwingt Antworten in eine Richtung. Eine gut gebaute Skala (zum Beispiel 5- oder 7-stufig) bildet die Realität besser ab.
  • Daten ohne Kontext: Eine Zahl alleine sagt wenig. „38 Prozent würden das Produkt kaufen" klingt erst dann sinnvoll, wenn klar ist, wer befragt wurde und unter welchen Bedingungen.
  • Bestätigungsfalle: Wer nur Daten sucht, die zur eigenen Idee passen, findet sie auch. Sei besonders kritisch bei Ergebnissen, die genau das bestätigen, was du dir gewünscht hast.

Wenn du diese Punkte im Blick behältst, sparst du dir später viele unangenehme Diskussionen über die Aussagekraft deiner Ergebnisse. Und du erhöhst die Wahrscheinlichkeit, dass deine Marktforschung am Ende wirklich zu einer besseren Entscheidung führt.

Autor des Artikels

Marco

Marco ist Teil unseres Experten-Teams. Seit 2018 führt er erfolgreich Umfragen in Unternehmen durch und teilt seine Erfahrungen hier bei Online-Umfrage.org.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Marktforschung und Marketingforschung?

Wie viel kostet Marktforschung?

Welche Methode der Marktforschung ist die beste?

Brauche ich für Marktforschung eine repräsentative Stichprobe?

Kann ich Marktforschung auch ohne Vorkenntnisse betreiben?

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